• maxidietzsch

Tipp zum Umgang mit negativen Gefühlen (auch) in der Pandemie

Aktualisiert: Feb 12

Wir alle kennen wohl inzwischen die psychischen Probleme, die die meisten von uns durch die Pandemie zu spüren bekommen. Dazu gehören unter anderem Einsamkeit, Überforderung durch Homeoffice und/oder Homeschooling, Lagerkoller, Minderung des Selbstwerts durch Kurzarbeit/Jobverlust oder eine Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes (kein Friseur, Kosmetik etc.) u. v. m.


Es fehlt der persönliche Austausch mit Freunden oder Familie, der Stressabbau im Fitnessstudio oder durch andere Hobbies, denen nicht mehr nachgegangen werden kann. Grundbedürfnisse des Menschen, wie z. B. körperliche Nähe, werden nicht mehr erfüllt.


Manch einer kann mit diesen unsicheren Zeiten besser umgehen und kann sich länger über Wasser halten als andere. Doch positive Interaktionen werden immer seltener, der Stresspegel steigt bei allen. Die Kollegen und Vorgesetzten wirken zunehmend gereizter, Freunde und Familie berichten von ihren Problemen. Irgendwann kommt selbst die stärkste Persönlichkeit an ihre Grenzen. Durch den fehlenden sozialen Austausch stehen die Menschen mehr und mehr mit ihren Problemen allein da.


Wenn es euch genauso geht, versucht doch mal eins: Schreiben!


Schreibt alle Gedanken auf (am besten handschriftlich), die euch belasten oder einfach nur durch den Kopf gehen. Ihr könnt das Geschriebene direkt danach wieder verbrennen. Niemand muss es zu sehen bekommen, wenn ihr das nicht wollt.


Ihr fragt euch, wozu das gut sein soll? Ganz einfach, wenn der Mensch etwas unterdrückt, schlummert es immer weiter in ihm. Es geht nicht einfach weg! In der Psychologie gibt es den Rebound-Effekt: dieser beschreibt das Phänomen, dass bei dem Versuch negative Gedanken zu unterdrücken, die Häufigkeit des Auftretens dieser Gedanken steigt. Als würdet ihr krampfhaft versuchen, einen Wasserball unter Wasser zu drücken. Umso doller ihr drückt, desto größer ist die Wucht, mit der er irgendwann wie die Lava eines Vulkans an die Oberfläche schießt! Wenn ihr hingegen den Ball, also eure Gedanken und Gefühle, gewollt an die Wasseroberfläche holt, dann ist die Wucht viel geringer. Ihr könnt eure Gefühle dann wahrnehmen und verstehen. Allein das nimmt ihnen die Macht und macht sie leichter erträglich.


Auch hier gibt es natürlich ein „Aber“. Die Funktion der Unterdrückung ist von der Evolution nicht umsonst gewählt. Sie stellt auch eine Schutzfunktion dar. Es gibt Erlebnisse, wie z. B. das Verschulden eines schweren oder sogar tödlichen Autounfalls, die für die menschliche Psyche zu schmerzhaft sind und besser erstmal unter der Oberfläche bleiben. Falls ein Wasserball hochkommt, über den ihr nicht schreiben wollt, ist das vollkommen okay!


Doch in den meisten Fällen tut es gut, sich diesen Wasserball einfach mal anzuschauen!



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